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P R A X I
S
Portraits
Offene Galerie für Menschen mit Zeit |
K E N N E
N S I E
Schwarzschild?
Lange Zeiten brauchen noch mehr Zeit. |
R E I
N E M P I R
I S C H
Das
Loch
Schärfere Bilder mit dem optimalen Loch |
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| Diese Kassetten sind relativ
günstig im Fotofachhandel zu erstehen. Sie gibt es in allen
deutschen Planfilmformaten wie 9 x 12 cm, 13 x 18 cm 18 x 24
cm oder in den englischen Formaten 4 x 5 inch, 5 x 7
inch usw. Sie müssen passenden Film verwenden, d.h. 9x12
Film passt nicht in eine 4x5inch-Kasette und umgekehrt. Praktisch
sind die genormten Wechsel-Kassetten mit beidseitiger
Filmeinlage. Die Filme werden durch Schieber abgedeckt. |
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Der Bauplan für eine 4 x 5
Inch-Kiste
Am Anfang legen Sie das
Filmformat fest. Danach die Brennweite, also den Abstand zwischen
dem Loch und dem Film. Eine spektakuläre Eigenschaft einer
Lochkamera ist die, dass Sie damit extreme Weitwinkel-Konstruktionen
anfertigen können, da die natürliche Grenze jeder Optik hier nicht
gilt. Mein Modell z.B. hat einen Winkel von 111 Grad (Helau!). Lochkameras
sind absolut verzeichnungsfrei, d.h. was im Motiv gerade ist, ist im
Bild auch gerade. Natürlich vermeiden Sie stürzende Linien nur,
wenn Ihre Lochkamera im Lot waagrecht steht (TIPP: Wenn Sie
Häuser aufnehmen möchten, verschieben Sie einfach das Loch nach
oben).
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Querschnitt
durch die Kamera
Wichtig beim Basteln ist die genaue Passung der rückwärtigen
Kistenwand mit den Planfilmkassetten. Ausserdem müssen diese
Kasetten während der Aufnahme an diese Rückwand angepresst werden,
damit kein Licht von der Seite her hineinfällt. Irgendeine Art
Federsystem wird Ihnen schon einfallen.
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Mein Federsystem entlieh ich
mir einer leeren Polaroid-Kassette. Das montierte ich auf
eine Andruckplatte und so ist schneller Filmkassetten-Wechsel
genial einfach.
Den
Schacht für die Kassetten bekleben Sie am Besten mit
schwarzem Filz. Diesen nutzen Sie auch für das innere
des Kastens, um Streuung innerhalb der Kamera zu
unterdrücken.
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Tipps
zur Konstruktion
Die Standart-Wechselkasetten für Planfilme haben oben am Hals eine
Hervorwölbung, die genau in einen Schlitz in der Ausschnitt-Platte
passen sollte. Schauen Sie sich mal das Rückteil einer Fachkamera
an. Das Loch in der vorher schwarz eingefärbten Alufolie erzeugen
Sie mit einer spitzen Nadel. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
dieses Loch keinen Grat hat und es unter dem Mikroskop exakt rund
ist (Die Abbildungsfehler durch die Beugung des Lichts am Grat sind
meist höher als die Unschärfe durch das Loch. Wenn Sie also rein zufällig
mal an einem starken Schneide-Laser vorbeikommen, nutzen Sie
die Möglichkeit.
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Die
optimale Lochgröße
ist relativ unabhängig vom Filmformat und
hängt einzig und allein von der Brennweite ab. Eine
Lochkamera produziert zwei Abbildungsfehler, die Unschärfe
durch das Loch selbst und die Unschärfe durch die
Beugung des Lichts an der Kante des Lochs. Der
Beugungsfehler wird umso größer, je kleiner das Loch ist
und die Lochunschärfe steigt mit dem Durchmesser. Beide
Fehler überlagern sich gegenläufig. Die besten Resultate
liegen daher in der Mitte beider Fehler. Die nebenstehende
Tabelle enthält praxistaugliche Werte.Der
Blendenwert
ermittelt sich aus dem Verhältnis
von Brennweite geteilt durch die Lochgröße. |
| Filmformat |
Brennweite |
Loch-Größe |
Blende |
| KB
|
50
mm
|
0,35
mm
|
143 |
| 4 x
5 inch
|
60
mm
|
0,4
mm
|
150 |
| 6 x
6 cm
|
90
mm
|
0,5
mm
|
180 |
| 4 x
5 inch
|
120
mm
|
0,6
mm
|
200 |
| 4 x
5 inch
|
240
mm
|
0,8
mm
|
300 |
| Mini
|
10
mm
|
0,1
mm
|
100 |
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Tipp:
Eine
Alte Rollfilm-Kamera umbauen
Das technisch größte Problem beim Bau
einer Lochkamera ist die Halterung des
Filmes. Recyclen Sie deshalb doch einfach eine alte Rollfilmkamera.
Gut dafür geeignet sind die so genannten
Balgen-Klapp-Kameras von Ihrer Großmutter. Sie entfernen die Optik, ändern
den eventuell vorhandenen Balgen, setzen ein Loch ein und fertig ist die
transportable Westentaschen-Lösung für 120er Rollfilm. |
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Belichtungstest mit langen Zeiten
Herkömmliche Belichtungsmesser sind viel
zu unempfindlich und ungenau bei solch langen Belichtungszeiten.
Durch das kleine Loch kommt ja sehr wenig Licht und deshalb muss es
länger wirken, um eine Reaktion auf dem Film zu verursachen.
Außerdem kommt bei langen Belichtungszeiten noch der sog. Schwarzschild-Effekt hinzu: Die Empfindlichkeit eines Filmes sinkt mit
der Belichtungszeit. Deshalb sollten Sie die Lichtstärke ihrer
Kamera in ausgiebigen Vergleichs-Aufnahmen ermitteln.
Dies
geschieht am besten bei gleich bleibender Beleuchtung: Sie belichten
eine Aufnahme 1 Minute lang, eine weitere 4 Minuten, noch eine 16
Minuten und eine vierte 32 Minuten, gleichzeitig messen Sie mit
einem Belichtungsmesser den vorhandenen Lichtwert. Der Loch-Film mit
der richtigen Belichtung entspricht dann diesem Lichtwert.
Jetzt
suchen Sie sich ein Motiv mit niedrigerem Lichtwert (dunkler),
multiplizieren die alte Belichtungszeit mit dem Quotient aus altem
und neuen Lichtwert und belichten eine zweite Reihe (immer Faktor
4). Irgendwann haben Sie eine Tabelle, bei der Sie bei jedem
Lichtwert eine dazugehörige Belichtungszeit erhalten. Dies gilt natürlich
nur für das getestete Filmmaterial.
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| Lichtwert |
Belichtungszeit |
| 20 |
1 sec |
| 10 |
30 sec |
| 9 |
1,5 min |
| 8 |
4 min |
| 7 |
11 min |
| 6 |
26 min |
| 5 |
1,3 Std |
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Die
Lichtwerte-Tabelle
Herkömmliche Belichtungsmesser zeigen
auch so genannte Lichtwerte an. Meist reicht die Skala von -1
bis +25. Ein Lichtwert höher entspricht der
doppelten Menge Licht. Fertigen Sie sich eine Tabelle an,
aus der Sie die reale optimale Belichtungszeit aufgrund der
Anzeige ihres Belichtungsmessers entnehmen können. Aber
messen Sie sich nicht tot, schließlich soll die ganze Sache
Spaß machen und eine solche Technik birgt immer spannende
Überraschungen in sich. Genießen Sie die doch einfach.
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© Manfred Baierl /
GAMB 2001
- 2006 |
Zu den Bildern
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