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Karneval der Kulturen 6/2001 in Berlin
 

 
 
I N S T R U M E N T E
Der Hit ist das Schlagen
"Komm, wir gehen BUM-BUM machen." So motivierte sich die Berliner Gewerkschaftsjugend für den anstehenden Umzug. "Mal richtig draufhauen" und "Alle zusammen" waren logische Sätze. Während bei traditionellen Karnevals-Umzügen immer mehr Blasinstrumente besichtigt werden können, ist die Trommel in Berlin das vorherrschende Instrument. Wobei der eigentliche Marsch-Rythmus peinlich vermieden wird, was nicht nur daran liegt, dass der Zug oft ins Stocken geriet. In Berlin gab es Rock- und Salsa-Rythmen.
F U S S V O L K   Z U E R S T
African Drums im Original
Die schwarzafrikanische Enklave in Kreuzberg ist eine der Gründungsgruppen, die diesen Umzug ins Leben rief. Die durchweg professionellen Musiker zeigten dann auch einhörlich, was afrikanischer Beat ist und im direkten Vergleich waren Sie den Weißen eindeutig überlegen.
S O Z I A L A M T
Dasitzen und nichtstun
Es gab auch Motiv-Wagen: hier eine Szene aus dem Sozialamt in Kreuzberg. Der Sachbearbeiter sitzt da und schaut und schaut. Nix passiert und die Ballone geben ein hübsches Bild ab. Eine gelungene Satire.
H A U P T S A C H E   K R A C H
Schlagbohrer auf Heizkörper
Die industrial music hält Einzug in den Umzug. Schweres Gerät klopft auf Stahl, alles was irgendwie laute Laute von sich geben kann, wird geoutet. Die Percussion-Gruppe der Berliner Musikhochschule empfiehlt sich per Handy-Notfall-Nummer für Einsätze speziell zum Mitmieter-Ärgern. Seien Sie froh, dass Sie weit weg wohnen.
U M Z U G   I S T   D E M O
Deutlich politisch
Nicht nur der hohe Ausländeranteil in der Bevölkerung prädestiniert Berlin für politische Forderungen innerhalb eines Karneval-Umzuges: Die machen dort mit der Integration ernst. So etwas gehört heutzutage einfach dazu und die Streetworker aus Kreuzberg meinen es durchaus ernst. Sollte mensch mal drüber nachdenken.

L O V E - P A R A D E
Auch die Clubs machen mit
Natürlich ist der Einfluss der Love-Parade in Berlin deutlich spürbar: Teccno-Gedudel und FUN auf dem Wagen. Aber auch im Wettstreit um die schärfste erotische Ausstrahlung gewannen eindeutig die Brasilianerinnen.
K O S T Ü M E
Fantasie gegen Uniform   1:0
Während der Verkleidungsgrad des Publikums noch auf spärlichen Niveaus dümpelt, zeigt die Szene in Kreuzberg mit aufwendig angefertigten Fantasie-Kostümen den Uniformierten in anderen Hochburgen den kreativen Stinkefinger. Fast schon Rio-like, was da alles an einem vorbeitanzte.
P E R F O R M A N C E
Feuerspucken statt Kamelle-Schmeissen
Give-Aways wurden keine verteilt. Erst recht nicht geschmissen, wie auf anderen Umzügen üblich. Und auch Konfetti oder Luftschlangen fanden keinen Einsatz. Was vielleicht auch daran liegen könnte, dass die VeranstalterInnen des Berliner Karnevals der Kulturen die anschließende Reinigung der Straßen selbst bezahlen.
S I N K E N D E S   G A R D E M A S S
Die "Kleinen" schlagen zurück
Das preussische Gardemass von irgendwas über 1,90 m ist endgültig überwunden. In dieser Garde dürfen alle mitgehen, und seien sie auch noch so klein. Da bekommen Sie halt größere Kronen aufgesetzt. Eine peruanische Gruppe zeigte diesen herrlichen Ansatz.

Übrigens: Dieses Jahr war das erste Mal auch eine türkische Folklore-Truppe mit dabei. Die Kinder hatten echten Spaß. Das schafft nur Berlin, oder haben Sie sowas schon mal in Mainz oder Köln gesehen?

2 0 e r   J A H R E
Berliner Tango
Auch die Vergangenheit ist scheinbar anwesend: Eine argentinische Tango-Schule präsentierte den "Tanz der Liebe" in einem ins historische Berlin verlegten Bühnenbild mit Strass und Haargelee, unverschmierten Parkbänkchen, Original argentinischer Tageszeitung und Sonntagslaube auf einem 600-PS-Sattelschlepper mit angehängtem Tieflader. Die Tänzer und Tänzerinnen waren viel besser in den Kurven als das mächtige Gefährt.
B E S U C H E R Z A H L E N
Trotz Regenschauern 300.000 Besucher
"Wir können es auch nur schätzen", sagte ein Polizei-Sprecher auf dem Nachhauseweg aus dem Taxi-Radio, "aber wir denken, dass es so um die 300.000 Besucher gab". Für den ernstgemeinten Versuch, Fasching in den Sommer zu verlegen, weil wir alle am Rosenmontag ja sowieso in Köln oder Mainz sind, haben die Veranstalter und die beteiligten Gruppen meinen vollen Respekt. Das scheint was zu werden. Nur die Bahn sollte endlich mitziehen.

Text und Fotos: Manfred Baierl
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